
Kronen Zeitung
JOKER STICHT BEIM WAC
Rot und zwei Elfer! Kiteishvili rettet Sturm Remis
Von 0:2 auf 2:2 – Sturm Graz hat dank Joker Otar Kiteishvili einen Punkt beim Wolfsberger AC gerettet. Die Meistergruppe geht damit ohne die Kärntner über die Bühne.
Ein Platzverweis von Cheick Diabate und ein Doppelpack von Sturms Otar Kiteishvili verhinderten den lange sicher geglaubten Sieg. Der Rückstand auf die sechstplatzierte Rapid beträgt eine Runde vor Ende des Grunddurchgangs uneinholbare vier Punkte.
Boris Matic (19.) und Erik Kojzek (51.) brachten den WAC auf die Siegerstraße. Nach gut einer Stunde zog Diabate gegen Malone die Notbremse. Aus dem fälligen Freistoß resultierte letztlich ein Hand-Elfmeter, den der eingewechselte Kiteishvili verwandelte (68.). Lediglich fünf Minuten später erzielte der Georgier aus einem Elfer-Nachschuss den Ausgleich für lange Zeit harmlose Grazer, die weiter zwei Zähler hinter Leader Salzburg liegen. Der WAC bleibt in 2026 sieglos und rutschte sogar auf Platz zehn ab.
WAC lange Zeit überlegen
Das Duell in der mit 6.355 Zuschauern gut gefüllten Lavanttal-Arena begann mit einem kleinen Aufreger. Sturms Seedy Jatta ging im Strafraum ohne Gegnerkontakt zu Boden, Schiedsrichter Harald Lechner verwarnte den Angreifer für die Schwalbe zurecht mit Gelb (2.). Auf der Gegenseite vergab David Atanga aus spitzem Winkel den ersten Hochkaräter für den unter Siegzwang stehenden WAC (4.).
Die Kärntner erhöhten mit Fortdauer der Anfangsphase die Offensivfrequenz und wurden in Minute 19 belohnt. Matic zirkelte den Ball aus halbrechter Position sehenswert zur ersten WAC-Führung in diesem Kalenderjahr ins lange Kreuzeck. Sturm wirkte verunsichert, offenbarte einfache Fehler und erneut offensive Harmlosigkeit. Die einzige Grazer Großchance in Hälfte eins hatte es dann aber in sich. Maurice Malone traf nach einer Ecke aus kurzer Distanz nur die Stange (38.).
Die knappe Führung des WAC zur Pause war jedenfalls verdient. Die Kärntner agierten zweikampfstärker und offensiv präsenter als der Gegner. Halbzeit zwei bot zunächst ein ähnliches Bild, wobei Kojzek im Mittelpunkt stand. Erst scheiterte der WAC-Angreifer kläglich an Matteo Bignetti (47.), nur Augenblicke später überwand er den Sturm-Keeper mit einem überlegten Abschluss ins lange Eck.
Wende nach einer Stunde
Das Spiel schien nun klar in die Richtung des WAC zu laufen, bis zu Minute 61: Diabate räumte Malone kurz vor der Strafraumgrenze als letzter Mann ab und sah bereits zum dritten Mal in dieser Saison in einem Pflichtspiel Rot. Der bis dato ungefährdete Sieg des WAC geriet wieder ins Wanken. Noch mehr, als Dejan Zukic den fälligen Freistoß mit der Hand blockte und Referee Lechner nach VAR-Studium auf den Punkt zeigte.
Pünktlich zum Elfmeter kam Otar Kiteishvili, der aufgrund von Oberschenkelproblemen zunächst auf der Bank saß, ins Spiel. Mit dem ersten Ballkontakt traf die offensive Lebensversicherung der Grazer souverän zum 1:2. Lediglich fünf Minuten später durfte Kiteishvili, nachdem Dominik Baumgartner Axel Kayombo zu Fall gebracht hatte, erneut aus elf Metern ran. Diesmal konnte Nikolas Polster zunächst parieren, mit dem Nachschuss schnürte der Georgier den Doppelpack. Sturm drückte danach auf den lange nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. Die beste Gelegenheit fand Jacob Peter Hödl vor, sein Distanzschuss knallte an die Latte (82.).
Wolfsberger AC – SK Sturm Graz 2:2 (1:0)
Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 6.355, SR Lechner.
Tore:
1:0 (19.) Matic
2:0 (51.) Kojzek
2:1 (68.) Kiteishvili (Hand-Elfmeter)
2:2 (73.) Kiteishvili
WAC: Polster – Baumgartner, Diabate, Wimmer – Matic, Sulzner, Kujovic (87. Chukwu), Renner – Zukic (93. Agyemang) – Atanga (69. Wohlmuth), Kojzek (87. Piesinger)
Sturm: Bignetti – Malic, Vallci, Koller – Hödl, Gorenc Stankovic, Fosso (86. Weinhandl), Karic (59. Rozga) – Beganovic (59. Kayombo), Malone (67. Kiteishvili) – Jatta (86. Wilson)
Rote Karte: Diabate (61./Notbremse)
Gelbe Karten: Kujovic, Renner bzw. Jatta, Fosso, Rozga, Kayombo, Gorenc Stankovic
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